In zwölf Jahren habe ich vermutlich an die viertausend Daily Stand-ups erlebt. Die meisten waren in Ordnung. Einige waren großartig. Und ein erstaunlicher Anteil — vielleicht jeder dritte — funktionierte einfach nicht.
Mit "funktioniert nicht" meine ich nicht: dauert zu lange. Sondern: erfüllt seinen Zweck nicht. Niemand weiß nach dem Stand-up mehr als vorher. Probleme bleiben unsichtbar. Das Team läuft nebeneinander her, nicht miteinander.
Nach all diesen Jahren glaube ich: Wenn ein Daily nicht funktioniert, liegt es fast nie an der Methode. Es liegt an einem von drei Mustern.
Das Daily ist ein Spiegel des Teams — nicht seine Ursache.
Jeder erzählt, was er gestern getan hat. Niemand hört zu. Es ist effizient — und vollkommen sinnlos. Niemand weiß danach, wo das Team steht. Die Antwort: Hören Sie auf, "Was hast du gemacht?" zu fragen. Fragen Sie stattdessen: "Was steht uns heute im Weg?"
Niemand sagt, was wirklich los ist. Probleme werden in Watte gepackt. "Läuft." "Gut." "Im Plan." Das Daily ist kein sicherer Raum mehr — wenn es das je war. Hier hilft keine Frage, sondern eine Geste: Zeigen Sie selbst, was Sie nicht wissen.
Das Daily findet statt, weil es im Kalender steht. Niemand weiß mehr, warum. Hier hilft die ehrlichste Frage von allen: "Brauchen wir das eigentlich?" Manchmal ist die Antwort: Nein. Und das ist auch in Ordnung.
Beobachten Sie Ihr nächstes Daily — nicht als Teilnehmer, sondern als Außenstehender. Achten Sie auf drei Dinge:
Wenn die Antwort auf eine dieser Fragen "nein" ist, haben Sie eines der drei Muster. Und dann lohnt sich das Gespräch — nicht über die Methode, sondern über das, was im Team gerade unausgesprochen bleibt.